06.06.17

Seit zwei Jahren gibt es im Scharnhauser Park das „Team Woge“

Manche Leute mögen sich, doch sie machen wenig Gebrauch davon. Manche wohnen zwar nebeneinander, leben aber nebeneinander her. Beim „Wohnhaus“ im Scharnhauser Park und der evangelischen Kirchengemeinde ist das anders – durch das „Team Woge“.

Das Bildzeigt einen Teil des "Teams Woge", der Name steht für "Wohnhaus und Gemeinde", von links: Sabine Ampßler (Mitarbeiterin Das Wohnhaus), Annemie Bach, Rudolf Strauß (Bewohner Das Wohnhaus), Pfarrerin Sarah Reyer.

Man sollte mehr zusammen machen. Das dachte sich Pfarrerin Sarah Reyer, als sie im Oktober 2014 in den Scharnhauser Park kam. Lag doch das Sophie-Scholl-Gemeindehaus direkt neben dem „Wohnhaus“, der Einrichtung für körper- und mehrfachbehinderte Erwachsene. 32 Bewohner zählt das Haus, hinzu kommen eine Außenwohngruppe und die stationäre Gruppe am „Neuen Markt“ mit zusammen 21 Plätzen sowie zehn ambulant betreute Menschen.

Im Wohnhaus traf Reyer mit Jutta Eckhardt-Höne auf eine offene Geschäftsführerin und mit Sabine Ampßler auf eine ebenso offene Mitarbeiterin, zudem haben beide als Diakoninnen eine kirchliche Ausbildung hinter sich. „Wir fragen mal rum“, versprachen beide, und fanden bei einigen Bewohnern großes Interesse. So wurde vor zwei Jahren das „Team Woge“ gegründet, was für „Team Wohnhaus und Gemeinde“ steht.

Ihm gehören derzeit zwölf Leute an, neben Reyer und Ampßler die Kirchengemeinderätin Petra Privat, der Wohnhaus-Mitarbeiter Gottlieb Zdebl und die Bewohner Annemie Bach, Daniela Goth, Rita Ibelshäuser, Ute Schlotterer, Henry Cop, Joel Ramos, Manuel Seidl und Rudolf Strauß. Die meisten, die mitmachen, sagt Ampßler, fingen mit „Kirche“ ohnehin etwas an. Rein räumlich führt der kurze Weg vom einen zum anderen Gebäude barrierefrei über die Rampen am Rand der Landschaftstreppe. „Das klappt gut“, sagt Annemie Bach.

„Wir wollen spielen, mit Leuten ins Gespräch kommen, uns kennenlernen“, sagt Rudolf Strauß. Das geschieht mehrmals im Jahr im Sonntagscafé im Sophie-Scholl-Haus, das vom „Team Woge“ organisiert wird. Dieses Sonntagscafé gab es früher in eigener Regie der Dietrich-Bonhoeffer-Kirchengemeinde, nun führt das „Team Woge“ es fort. In der Regel kommen zehn bis 15 Bewohner, Angehörige sind herzlich eingeladen und wie bisher auch alle anderen.

Das Sonntagscafé ist nicht alles. Gemeinsam wurde im Wohnhaus ein Gottesdienst gestaltet, es gab ein Adventsbasteln, Bewohner des Wohnhauses haben beim Gemeindebasar Tombola-Lose verkauft, es gab eine Adventsfeier im Sinnesgarten und einiges mehr.

Zum zweijährigen Bestehen des „Teams Woge“ gibt es am Sonntag, den 16. Juli auf der Terrasse des Sophie-Scholl-Hauses ein Strandcafé, zur Vorbereitung der Dekoration steht am 5. Juli eine Bastelaktion an. Mit dem Sand sei es etwas schwierig, meint Ampßler, doch sie verspricht Palmen, Eis und Eiskaffee und Spiele wie Boccia und Krocket. „Es beginnt um 14.30 Uhr und geht bis 17 Uhr“, sagt Rudolf Strauß, der Mann mit dem guten Gedächtnis. Diesen Strand kann sich jeder leisten, er kostet keinen Eintritt und alles wird auf Spendenbasis abgegeben.

Peter Dietrich, Wernau